ALLRAD-NEWS

Knut Böttcher (vm) - 13. März 2014, 11:02 Uhr - 4x4 Allrad NEWS

Der Golf mit dem Formel-1-Button

Dieser Golf ist reif für die Formel 1.

Dieser Golf ist reif für die Formel 1. Natürlich wird der Golf GTE bei der Formel 1 nicht in der Startaufstellung stehen. Aber dieses Auto hat durchaus Anlagen wie die Rennboliden: etwa einen Button, der hier schlicht "GTE-Knopf" heißt. Damit kann der Fahrer elektrische Energie an Bord voll der Beschleunigung zuschalten, in der Fachsprache auch "boosten" genannt. Mehr denn je setzt die Formel 1 die im Rennwagen gespeicherte Elektroenergie für Überholvorgänge ein. Der Golf GTE nutzt die spritsparende Hybrid-Technik wie im Rennsport zum Überholen, wo gerade auf der Landstraße ein kurzer Überholvorgang oft überlebenswichtig ist. Damit gehört dieser Hybrid-Golf in eine Reihe mit Golf GTI und GTD. Zu kaufen ist der GTE ab Herbst.

Der GTE vereint drei Dinge: Vollgas-Spurt, hohes Tempo auf langer Strecke und eine 50-Kilometer-Fahrt rein elektrisch. Dazu schalten die Wolfsburger ihren 150-PS-Turbobenziner mit einem 102-PS-Elektromotor zusammen. Beide Triebwerke ergänzen sich im Normalbetrieb, so, dass viel Bewegungsenergie zurückgewonnen und Sprit gespart wird. In den Ruhepausen geht der GTE an die Steckdose, denn er ist ein Plug-in-Hybrid mit großer Batterie. Er kann aber auch ohne den Verbrenner rollen.

In diesem E-Modus gestartet, fährt der Golf GTE sanft und leise an. Kickdown erweckt den Benziner zum Leben, der sich mit einem kaum spürbaren Ruck zuschaltet. Der Übergang wird bis zum Serienbeginn völlig geglättet, verspricht mein Beifahrer, der Diplom-Ingenieur Thomas Lieber, der die Entwicklung des Antriebsstrangs leitet. Nach recht flotter Fahrt im Berliner Stadtgewimmel, bei der sich der Golf GTE wie ein Automatik-Auto komfortabel fahren lässt, und auch nach einigen langsamen Streckenabschnitten im reinen Elektro-Modus, biegen wir auf eine Autobahnauffahrt ein. "Jetzt drücken Sie mal den GTE-Knopf", empfiehlt der Ingenieur. Die Autobahn bietet eine unbehinderte Beschleunigungsstrecke. Mit Vollgas und dem elektrischen Zusatzschub geht der Golf GTE so stark ab wie ein GTI, durcheilt in 7,6 Sekunden die Tempo-100-Marke und rennt bis Tempo 222 in der Spitze. Doch trotz seiner 204 PS Systemleistung kann er tatsächlich auch sparsam rollen. Bei 1,5 Liter Super zuzüglich dem Strom pro 100 Kilometer liegt der Normverbrauch für den Hybriden. Was das wirklich bedeutet, muss allerdings die künftige Praxis noch zeigen. Doch die rechnerische Reichweite im Hybrid-Modus beträgt nicht weniger als 939 Kilometer. Dieser Golf GTE mit eingebautem Spaßfaktor wird ab Herbst wohl noch viel von sich reden machen.

Knut Böttcher

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Knut Böttcher (vm) am 13.03.2014, 11:02 Uhr veröffentlicht.