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Lars Döhmann (vm) - 16. Januar 2014, 09:56 Uhr - 4x4 Allrad NEWS

Volkswagen de Mexico: 50 Jahre

Fiesta Mexicana: Mit einem großen Festakt hat Volkswagen ein rundes Werksjubiläum gefeiert.

Fiesta Mexicana: Mit einem großen Festakt hat Volkswagen ein rundes Werksjubiläum gefeiert. Vor 50 Jahren startete der Wolfsburger Autokonzern den Fahrzeugbau in dem mittelamerikanischen Land und gründete 1965 den Standort Puebla. Auto-Freaks ist diese Oase der Produktion längst ein Begriff, denn dort wurde viele weitere Jahre der legendäre Käfer gebaut. Bis heute ist der sogenannte "Kugelporsche" in Mexiko ein fester Bestandteil im Straßenbild.

Weitere Produkte waren der Combi, in Deutschland liebevoll "Bulli" genannt, und der Safari, der auch als Kübel oder VW181 bekannt ist. Mitte der 70er-Jahre ergänzte der Golf I das Portfolio - er ist den Mexikanern als "Caribe Pro" im Gedächtnis geblieben. Mit dem Beetle der ersten Generation entstand hier das erste Auto, das in Mexiko exklusiv für den Weltmarkt gefertigt wurde. Längst waren Qualitäts- und Produktionsstandards auf dem entsprechenden Niveau. Inzwischen gibt es in Silao einige Kilometer entfernt zusätzlich ein Motorenwerk.

Ab sofort entsteht in Puebla der Golf VII, dessen Fertigung für nord- und südamerikanische Märkte jetzt zeitgleich mit dem Jubiläum anlief. Damit ist der Standort - abgesehen von Wolfsburg - die größte Fabrik von Volkswagen. Rund 15 800 Mitarbeiter stellen 2 500 Autos am Tag her, von Montag bis Freitag im Dreischichtbetrieb. Samstags laufen zwei Schichten, der Sonntag gehört den Wartungsarbeiten. Auf dem Werksgelände gibt es eine 3,5 Kilometer lange Teststrecke, auf der 120 Testfahrer mit den Erzeugnissen Kontrollfahrten zur Qualitätssicherung durchführen.

Modernste Roboter verrichten den zu 67 Prozent automatisierten Karosseriebau auf 50 000 qm Fläche, alles ist komplett neu eingerichtet. In der Lackiererei sind 28 Roboter im Einsatz, es stehen 11 600 qm zur Verfügung, die Farbauswahl ist auf zehn Töne begrenzt. In der Endmontage gibt es 112 Montageplätze auf 36 000 qm, über 1 500 Mitarbeiter sind allein hier beschäftigt. Etwa 60 Prozent der Teile für die Autos stammen aus Mexiko, viele große und kleine Zulieferer sind in der Umgebung angesiedelt. Längst hat Puebla eine gut ausgebaute Infrastruktur mit Eisenbahn- und Schnellstraßenanbindungen.

Dem zuletzt kritisch besprochenen schwachen Absatz im US-amerikanischen Markt - sieben Prozent weniger als im Vorjahr - will Volkswagen unter anderem mit dem Golf VII in den nächsten Monaten zu neuen Höhenflügen verhelfen. "Mexiko spielt für uns eine sehr, sehr wichtige Rolle", betonte VW-Chef Prof. Dr. Martin Winterkorn in seiner Ansprache im Werk vor dem Gouverneur der Region und dem mexikanischen Wirtschaftsminister sowie zahlreichen Gästen. Die auf qualitatives Wachstum ausgelegte Strategie beinhaltet auch die Ausbildung von Fachkräften, wobei neben der sozialen Verantwortung nicht zuletzt die Umwelt in hohem Maße respektiert wird.

"Das Wolfsburg von Nordamerika", so Winterkorn, "hat eine stolze Geschichte und eine viel versprechende Zukunft." Der Golf VII wird in Puebla als Zwei- und Viertürer sowie als Variant entstehen. Bis zu 700 Fahrzeuge davon sollen pro Tag von den Bändern rollen. In den kommenden Jahren will der Konzern weitere sieben Milliarden US-Dollar in Nordamerika investieren, einen Großteil davon in Mexiko. So dürfte die Wachstumsdelle aus 2013 spätestens 2016 nachhaltig überwunden sein, wenn ein neuer Midsize-SUV für den US-Markt erscheint. Das knapp fünf Meter lange Fahrzeug mit bis zu sieben Sitzen basiert auf dem modularen Querbaukasten und wird von V6-Motoren angetrieben. Das Modell ist unterhalb des Touareg angesiedelt. Und wenn die Verfügbarkeit der gut nachgefragten TDI-Motoren sichergestellt ist, dürfte der Sprung an die Weltspitze, als größter Hersteller der Welt, durchaus erreichbar sein.

Lars Döhmann

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Lars Döhmann (vm) am 16.01.2014, 09:56 Uhr veröffentlicht.