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Wechsel auf Winterreifen – 5 vermeidbare Fehler
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RATGEBER
Redaktion - 7. September 2019 - 4x4 Allrad RATGEBER

Wechsel auf Winterreifen – 5 vermeidbare Fehler

Bei winterlichen Straßenverhältnissen darf kein Autofahrer ohne Winterpneus unterwegs sein. Um auf einen plötzlichen Wintereinbruch vorbereitet zu sein, sollte spätestens jetzt nach hochwertigen Reifen Ausschau gehalten werden. Läuft die Wechselphase in den Werkstätten auf Hochtouren, steigen die Preise vielerorts. Im Folgenden zusammengefasst, welche Fehler es beim Reifenkauf zu vermeiden gilt.

1. Zeitlich verschätzt: Jetzt droht Bußgeld

Jedes Jahr ereignen sich auf deutschen Straßen verheerende Unfälle, weil Fahrzeugführer mit falschen Reifen unterwegs sind. Eine kalendarische Winterreifenpflicht gibt es hierzulande zwar nicht, dennoch muss mit einer Strafe gerechnet werden, wenn bei winterlichen Straßenverhältnissen keine Winterreifen gefahren werden. Mit entsprechenden Straßenverhältnissen sind gemäß § 2 StVO zur Straßenbenutzung durch Fahrzeuge folgende Bedingungen gemeint:

  • Schneeglätte
  • Schneematsch
  • Glatteis
  • Reifglätte
  • Eisglätte

Da das Wetter oft innerhalb weniger Tage umschlägt, ist es wichtig rechtzeitig auf Winterreifen zu wechseln. Ansonsten muss mit einem Punkt in Flensburg und 60 Euro Bußgeld gerechnet werden. Kommt es zu einem Unfall, steigt die Geldstrafe auf 120 Euro.

Warum Winterreifen bei Schneematsch, Eisglätte und Co. den Unterschied machen, wurde in einem separaten Ratgeber thematisiert.

2. Zu viel bezahlt: Preisvergleich lohnt sich immer

Besonders günstig, lassen sich Winterreifen im Frühjahr und Sommer beziehen. Zu diesem Zeitpunkt sinkt die Nachfrage, was sich bei zahlreichen Händlern auch auf die Preise mindernd auswirkt. Sparpotenzial ergibt sich außerdem durch Vergleichen. Kein Autofahrer sollte beim erstbesten Händler kaufen. Neben dem stationären Handel ist das Einbeziehen von Internetangeboten sinnvoll. Online können Verbraucher häufig von einem attraktiveren Preis-Leistungs-Verhältnis profitieren. Autofahrer, welche die Internetpräsenzen sämtlicher Hersteller nicht mühsam separat aufsuchen möchten, finden ein umfassendes Angebot an Winterreifen bei ReifenDirekt. Der Reifen-Onlinehändler führt Autoreifen aller bekannter Marken wie Fulda, Dunlop, Bridgestone oder Pirelli. Verschiedene Filtereinstellungen im Shop erleichtern die gezielte Suche nach passenden Produkten. Allein der Preis darf allerdings nicht kaufentscheidend sein. Auch die Qualität muss stimmen und die beurteilen Laien am besten mit Hilfe von Testergebnissen unabhängiger Institutionen. Ob Automobilclubs oder Automobil-Zeitschriften.

Tipp: Viele große Reifenhersteller verkaufen unter anderen Markennamen preiswertere Alternativen. Während die Marken Semperit und Uniroyal beispielsweise von Continental stammen, ist Dayton eine Budget-Marke von Bridgestone.

3. Falsche Größe gekauft: Achtung Reifendimension!

Gerade beim Kauf im Internet besteht die Gefahr, Reifen in einer falschen Größe zu bestellen. Wobei auch beim Kommunizieren mit einem lokalen Reifenhändler Missverständnisse möglich sind. Hinweise auf die richtige Reifengröße stehen in der Zulassungsbescheinigung Teil I. In den beiden Feldern 15.1 (Achse 1) und 15.2 (Achse 2) sind die Reifencodes nachvollziehbar. Die Codes stehen für:

  • Reifenbreite
  • Querschnittsverhältnis
  • Reifenbauart
  • Felgendurchmesser

Auch direkt auf den Autoreifen ist der Reifentyp ablesbar. Eine beispielhafte Beschriftung könnte lauten 195/65 R15. Die Zahl 195 steht in diesem Fall für die Reifenbreite in Millimeter, 65 für das Querschnittsverhältnis von 65 Prozent, der Buchstabe R für Radialreifen und die 15 für den Felgendurchmesser in Zoll. Über das Querschnittsverhältnis lässt sich die Höhe der Reifen berechnen. Um beim genannten Beispiel zu bleiben: Die Reifenhöhe beträgt 65 Prozent der Reifenbreite, also rund 126 Millimeter.

Gut zu wissen: Mit der Höhe ist hier nicht, wie oft fälschlich angenommen, die Gesamthöhe gemeint, die ein Reifen im aufgestellten Zustand aufweist. Stattdessen geht es um die Flankenhöhe, also den Abstand zwischen dem Außenrad des Reifens und dem äußeren Rand der Felge. Gut nachzuvollziehen beim seitlichen Betrachten des Rads.

4. Load- und Speed-Index vernachlässigt: Besteht Zulassung?

Eine weitere Kennzeichnung auf Reifen, der beim Kauf Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte, betrifft Tragfähigkeits- und Geschwindigkeits-Index. Am vorherigen Beispiel wurde dies nicht mitaufgeführt. Die vollständige Kennzeichnung könnte so aussehen: 195/65 R15 91H. Die fett markierten Zahlen und Buchstaben stellen dar, bis zu welcher Geschwindigkeit sowie Traglast der Reifen eine Zulassung hat. Die 91 steht für die Reifentragfähigkeit. Ein so gekennzeichneter Reifen kann 615 Kilogramm Last tragen. Das H symbolisiert wiederum eine Tempo-Kategorie und sagt aus, dass der Reifen bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h gefahren werden darf. Zur Orientierung klärt die Tabelle über einige Geschwindigkeitsklassen und damit einhergehende Tempogrenzen auf:


Speed-Index

Zulässige Maximal-Geschwindigkeit (km/h)

ZR

>240

VR

>210

Y

300

W

270

V

240

H

210

U

200

T

190

S

180

R

170

Q

160

P

150

N

140


5. Fehlende Kennzeichnung: Vorsicht Übergangsregelung bis 2024

Damit Reifen für winterliche Straßenverhältnisse zugelassen sind, müssen sie korrekt gekennzeichnet sein. Reifen mit dem M+S-Symbol (Matsch & Schnee) bieten gegenüber Sommerreifen optimierte Fahreigenschaften und sind wintertauglich. Allerdings gilt diese Regelung nur noch bis Ende September 2024. Danach sind laut StVZO § 36 Abs. 4 Reifen mit dem Alpinen-Symbol Pflicht. Das Symbol besteht aus einer Schneeflocke innerhalb eines Bergpiktogramms. Zugrunde liegt dieser Änderung, dass für die neuen Reifen höhere und einheitliche Qualitätsansprüche gelten.

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto RATGEBER wurde von Redaktion am 07.09.2019 veröffentlicht.