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Warum die DTM trotz des Mercedesausstiegs nicht ihre Beliebtheit verlieren wird
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Redaktion - 9. Juli 2019 - 4x4 Allrad NEWS

Warum die DTM trotz des Mercedesausstiegs nicht ihre Beliebtheit verlieren wird

Die DTM (Deutsche Tourwagen-Masters) ist eine der beliebtesten Rennserien der Tourenwagen. Ähnlich wie auch bei anderen Rennsportarten fahren dort nur Autos auf der Rennstrecke auf, die gezielt für den Motorsport entwickelt wurden. Bei diesen sogenannten Prototypen können die Ingenieure der verschiedenen Hersteller ihre ganze Leidenschaft und Kraft investieren.

Dies sorgt für einen regen Wettbewerb untereinander. Allerdings teilen sie alle die Gemeinsamkeit, die gleichen Reifen des Herstellers Hankook zu verwenden. Trotz der starken Konkurrenz konnte sich das Unternehmen auch diesmal wieder durchsetzen.

Reifenzulieferer Hankook bleibt der DTM erhalten

Seit dem Jahr 2000 ist es eine Regel des DTM-Dachverbandes ITR, dass alle Fahrzeuge mit Einheitsreifen fahren müssen. Bis 2011 war dieses Recht von Dunlop-Pneus erworben, doch 2012 ging das Steuer an den südkoreanischen Reifenhersteller Hankook, der nun wieder jeden Grund zum Feiern hat. Der bestehende Vertrag als exklusiver Zulieferer wäre ursprünglich nach der Saison 2019 abgelaufen, doch Hankook konnte sich eine Verlängerung bis 2023 sichern, wie Motorsport.com berichtete. Dieser Vertrag besitzt eine besondere Symbolkraft, da die Leistungsanforderungen an gute Reifen gestiegen sind. Dies ist den Turbomotoren zu verdanken, welche die Reifen stärker denn je zuvor belasten, während gleichzeitig nur noch fünf Reifensätze benutzt werden. Hankook konnte mit der Qualität seiner Produkte derart überzeugen, dass man dem Unternehmen die wachsende Verantwortung zutraut. Die Sicherung des Vertrages war auch aus anderer Perspektive wichtig gewesen: Letztes Jahr bewarb sich Hankook bei der Formel 1 um einen Zulieferervertrag. Ein Teil der Überzeugungsstrategie war es, auf die Erfolge der Reifen bei der DTM hinzuweisen. Dennoch reichte dies nicht aus, um die Ausschreibung gegen Pirelli Motorsports gewinnen zu können.


Alte & neue Partnschaften und der Ausstieg von Mercedes-Benz

Neben dem fortschreitenden Vertrag zwischen Hankook und der DTM ist auch die tiefgehende Partnerschaft mit der Prüfgesellschaft Dekra von großer Bedeutung. Beide Seiten arbeiten schon seit mehr als drei Jahrzehnten eng zusammen. Dieser Erhalt von traditionellen Verbindungen spielt besonders seit der Saison 2019 eine große Rolle. Schließlich war der Rückzug von Mercedes Benz nach der Saison 2018 ein großer Schlag gewesen. DTM-Chef Berger ging sogar so weit, dass er den Ausstieg als Rückwurf für die Rennserie bezeichnete. Diese Aussage ist insbesondere daher gut nachvollziehbar, da Mercedes einer der wichtigsten Träger dieser Tourenwagenserie gewesen ist. Das Engagement begann vor ca. 30 Jahren, als 1988 erstmalig fünf Mannschaften mit Unterstützung des Stuttgarter Autobauers bei der DTM antraten. Die Verbindung zwischen DTM und Mercedes Benz war so stark, dass 2018 sogar eine DTM-Ausstellung im Mercedes-Benz-Museum abgehalten wurde. Mercedes selbst hatte den Rückzug damit erklärt, sich in Zukunft stärker auf die Formel E konzentrieren zu wollen. Das Unternehmen zeigt generell ein starkes Interesse an der Elektroautotechnologie. So plant Mercedes die Herstellung des Elektroautos EQC, welches dem Unternehmen als Pionier dienen und im Oktober 2019 in Produktion gehen soll. Doch während Mercedes seine Umorientierung beschlossen hat, geht die DTM auch ohne den traditionellen Träger weiter. Anstelle des Daimler-Konzerns ist der britische Autohersteller Aston Martin seit der Saison 2019 mit dabei. Das Unternehmen hat international besonders dank der James-Bond-Filme an Prestige gewonnen. Damit ist nun seit mehr als 22 Jahren der erste nichtdeutsche Vertreter dabei, seit Alfa Romeo sich 1996 von der DTM zurückzog.

Beliebtheit von Rennen wächst

Die DTM muss sich trotz der Umorientierung nach dem Mercedesausstieg keine Sorgen um ihre Zukunft machen. Tourenwagenrennen erfreuen sich großer Beliebtheit. Gerhard Berger hatte in einem Interview mit NTV darauf aufmerksam gemacht, dass es nie klare Favoriten in der DTM gibt. Dies ist anders als in der Formel 1, welche von Hamilton und Vettel dominiert werden. Diese engen Rennen sind tatsächlich ein Grund, warum Fans diese mit voller Leidenschaft verfolgen. Weltweit bekannt ist daher auch die Rally-Weltmeisterschaft, die die Spannung des Motorsports auf die nächste Ebene hebt. Dort wird nicht auf festen Straßen gefahren, sondern auch auf Schotterwegen und auch unter besonderen Wetterbedingungen. Bei den Rennen in Schweden führten die Fahrerteams laut Presseportal Kohlefaser-Schaufeln mit sich, um sich notfalls aus dem vielen Schnee befreien zu können. Der Estländer Ott Tanak meisterte diese Herausforderung in der aktuellen Rallye-Weltmeisterschaft besonders gut und belegte den ersten Platz in Schweden. Insgesamt führt er ebenfalls die Rangliste mit 150 Punkten an, knapp gefolgt vom Franzosen Sebastien Ogier mit 146 Punkten. Auch wenn die Punkteunterschiede nicht groß sind, werden Tanak vom Buchmacher Betway mit einer Quote von 1,25 die besten Siegeschancen eingeräumt (Stand: 8.7.). Ogier folgt mit 4,50, fast gleichauf mit dem Belgier Thierry Neuville mit 4,75. Neuville belegt bislang mit 143 Punkten den dritten Platz. Alle anderen Fahrer liegen weit abgeschlagen zurück und haben praktisch keine Chancen mehr auf den diesjährigen Titel.

Ob bei den Touren- oder Ralleywagen: das Interesse nach Autorennen ist groß. Der Ausstieg von Mercedes bei der DTM mag zwar ein Schlag gewesen sein, doch die treuen Partnerschaften zu Hankook und Dekra, sowie die Neuaufnahme von Aston Martin beweisen, dass der Sport anpassungsfähig ist.

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Redaktion am 09.07.2019 veröffentlicht.