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Winterreifen müssen sein
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RATGEBER
Redaktion - 8. August 2018 - 4x4 Allrad RATGEBER

Winterreifen müssen sein

Die Trennung von Sommer- und Winterreifen hat sich bewährt, gibt dem Fahrer Sicherheit und hat schon viele Unfälle verhindert. Auch der Gesetzgeber wacht darüber, dass bei Winterwetter die Kraftfahrzeugführer mit Winterreifen unterwegs sind.

Bei Verstoß gibt es Geldstrafen und Punkte in Flensburg. Außerdem verlieren Personen, die mit ihrem Auto bei Winterwetter mit Sommerreifen unterwegs sind, ihren Versicherungsschutz, auch wenn sie oberflächlich nicht der Unfallverursacher sind. Bereits die falsche Bereifung macht den Fahrer in den Augen der Versicherungen für den Unfall verantwortlich. Zu beachten ist bei den Winterreifen die gesetzliche Lage in Deutschland, nach der es keine saisonale, sondern eine situative Winterreifenpflicht gibt. So erfordert ein sonniger Tag bei 10 Grad Celsius an einem Januar keine Winterreifen, wohl aber eine Wetterlage auch im April, die von Schnee, Matsch, Eis und Glätte geprägt ist. Mit einem ausführlichen Ratgeber über Winterreifen soll Autofahrern im Winter eine Hilfestellung gegeben werden.

Wann ist der Reifenwechsel angesagt?

Viele Autofahrer orientieren sich beim Reifenwechsel an der O-bis-O-Regel. Diese Faustregel besagt, dass die Winterreifen zwischen dem Oktober und Ostern eingesetzt werden sollten. Wer nach dieser Regel fährt, ist meistens auf der richtigen Seite. Allerdings ist dies nur eine grobe Richtlinie, die nicht für jedes Jahr ihren Sinn ergeben muss. So gibt es Winter, die erst im Dezember einsetzen, während es im Oktober gelegentlich noch 20 Grad warm sein kann. Insofern spricht nichts dagegen, sich am Wetter und den Wetterprognosen zu orientieren, um von Fall zu Fall zu entscheiden, wann in einem konkreten Jahr von einem wirklichen Wintereinbruch die Rede sein kann.

Alpine-Symbol statt S+M

Manche Autofahrer vertrauen auf das S+M-Symbol auf Allwetterreifen, das für Schnee und Matsch steht. Allerdings ist dieses Symbol seit 2018 innerhalb der EU nicht mehr gültig. Als für den Winter geeignete Reifen gelten vor dem Gesetzgeber nun stattdessen Reifen, welche das Alpine-Symbol in Form einer Schneeflocke mit sich führen. Nach EU-Recht erhalten nur Winterreifen dieses begehrte Zertifikat, die nach einem ausgiebigen Testverfahren ihre Wintertauglichkeit bewiesen haben.

Das Reifenlabel beachten

Neben dem Alpine-Symbol besitzen Reifen – unabhängig ob Sommer- oder Winterreifen – ein Stufensystem zwischen den Klassen A und G. Dieses sogenannte Reifenlabel klärt über die Reifenqualität in den Bereichen Rollwiderstand, Nasshaftung und Fahrgeräusche auf und sollte besonders bei Winterwetter beachtet werden. Tests haben nämlich ergeben, dass der Unterschied beim Bremsweg auf glatten Straßen bereits bei einer Fahrgeschwindigkeit von 80 km/h zwischen Winterreifen der Klassen A und G 18 Meter betragen kann.

Das richtige Profil

Experten warnen davor, bei Winterreifen die geltende Mindestprofiltiefe von 1,6 mm auszuschöpfen. Sie gehen von einem sicheren Profil erst ab einer Tiefe von mindestens 4 mm aus. Der Grund dafür ist, dass die Profile den Wasserfilm sonst nicht mehr abweisen können, sodass Bodenhaftung und Fahrzeugkontrolle verloren gehen und die Bremswege sich verlängern. Erst bei einer Profiltiefe von mindestens 4 mm können die Profile genügend Wasser an sich binden und ausreichend Schnee sammeln, sodass die Schnee-auf-Schnee-Reibung auch im Winter für einen sicheren Grip sorgt. Allerdings ist die Profiltiefe nicht der einzige Gradmesser für eine sichere Bodenhaftung im Winter. Eine moderne Profilanordnung trägt ebenfalls zu dem sicheren Grip bei und kann eine zu niedrige Profiltiefe bis zu einem gewissen Grad kompensieren.

Verschleiß von Winterreifen

Winterreifen haben üblicherweise eine Lebenserwartung von rund sechs Jahren. Danach zeigen sich die Verschleißerscheinungen in Form von brüchigem Material und nachlassender Bodenhaftung. Das Gummi beginnt sich zu verhärten und damit verlieren die Winterreifen Jahr für Jahr ihren spezifischen Vorteil der weicheren Gummibeschichtung und damit ihre Elastizität auf widrigen Straßen. Autofahrer können die Verschleißerscheinungen ihrer Winterreifen allerdings deutlich reduzieren, indem sie vorausschauend statt ruckartig fahren und schnelles, hartes Bremsen vermeiden.

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto RATGEBER wurde von Redaktion am 08.08.2018 veröffentlicht.