ALLRAD-NEWS

6Test Ssangyong Musso: Mehr als nur ein Arbeitstier
Ssangyong Musso. Foto: Auto-Medienportal.Net/Ssangyong
TESTBERICHTE
Walther Wuttke/ampnet - 29. Juni 2018, 14:44 Uhr - 4x4 Allrad TESTBERICHTE

Test Ssangyong Musso: Mehr als nur ein Arbeitstier

Erfunden wurden sie für Farmer Joe im amerikanischen Mittleren Westen, doch irgendwann mutierten die Pick-ups genannten Kleinlaster zu Kultmobilen, die dem Stadtmenschen wenigstens einen Hauch von Freiheit und Abenteuer im täglichen Stau vermitteln.

Erfunden wurden sie für Farmer Joe im amerikanischen Mittleren Westen, doch irgendwann mutierten die Pick-ups genannten Kleinlaster zu Kultmobilen, die dem Stadtmenschen wenigstens einen Hauch von Freiheit und Abenteuer im täglichen Stau vermitteln. Keine Frage, Pick-ups sind inzwischen gefragt, auch wenn kein Feld zu bestellen ist oder Heuballen auf die Weide transportiert werden müssen.

Jüngster Neuzugang in diesem Segment ist jetzt der Ssangyong Musso, der die Nachfolge des Actyon Sport antritt. Nun stellt sich natürlich die Frage, wer einen Eintonner-Pick-up benötigt, wenn das Feld und die Weide nicht zu seinem bevorzugten Biotop gehört. Statt Heuballen werden vermutlich sperrige Freizeitgerätschaften wie Surfbretter, Fahrräder oder Gleitflugschirme auf der 1,3 Meter langen Ladefläche hinter der Doppelkabine ihren Platz finden. Natürlich werden auch einige Handwerker zugreifen, um dort ihre Arbeitsgeräte zu verstauen. Pro Jahr plant Ssangyong-Geschäftsführer Ullrich Mehling einen Absatz von rund 300 Pick-ups.

Mit dem Musso setzt der viertgrößte koreanische Hersteller, der nach einigen Besitzerwechseln jetzt zur indischen Mahindra-Mahindra-Gruppe gehört, die Modernisierung der Modellpalette fort. Nach den beiden SUVs Tivoli in der Kompaktklasse und dem großen Rexton, steht jetzt der Musso bei den rund 200 deutschen Ssangyong-Händlern. Als Basis für den Kleinlaster wählten die Ssangyong-Verantwortlichen die Rexton-Plattform.

Dass sich die Pick-ups aus der Welt der Feldarbeit verabschiedet haben, wird bei der ersten Sitzprobe deutlich. Komfortable Sitze, die etwas mehr Seitenhalt bieten könnten, wertige Materialien, und auch für den konnektiv ausgerichteten Zeitgenossen ist alles an Bord. Die einzelnen Menüs des zentralen Bildschirms lassen sich alle nach kurzer Zeit intuitiv beherrschen, und auch die Navigation arbeitet zuverlässig. Schön, dass in der digitalen Welt die übersichtlich vor dem Fahrer angeordneten Rundinstrumente noch ihren analogen Charme entfalten. Die Sitze, darüber hätte sich Farmer Joe bestimmt gefreut, sind gegen Aufpreis beheizbar und lassen sich bei Bedarf auch belüften.

Als Antrieb steht nur ein 2,2-Liter-Turbodiesel bereit, der 181 PS (133kW) leistet und sein bulliges Drehmoment von 400 Nm zwischen 1400 und 2800 Umdrehungen entfaltet. Neben dem leicht schaltbaren serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe steht auch eine Sechsstufen-Automatik in der Preisliste, die angenehm zügig durch die Gänge wechselt. Ssangyong verspricht einen Durchschnittsverbrauch von 7,6 Litern und eine Höchstgeschwindigkeit von 195 km/h. Das Fahrwerk ist eher rustikal hart und herzlich ausgelegt, wobei sich das herzlich auf ondulierten Landstraßen, von denen es leider viel zu viele gibt, verabschiedet sodass Fahrer und Passagiere mehr oder weniger ungefiltert über den Straßenzustand informiert werden.

Der Diesel gehört zu den angenehmeren Vertretern seiner Gattung und meldet sich bald nach dem Start akustisch ab. Überhaupt verschont der Musso seine Insassen von akustischen Störungen, selbst nach Tempo 120 km/h herrscht eine angenehm leise Kulisse in der Doppelkabine.

Dass der Musso sich nicht bei den Nutzfahrzeugen einordnet, zeigt bereits der erste Blick. Das Design entspricht der SUV-Formensprache, und auch der Innenraum mit vier Sitzen zeigt, dass nicht allein der Nutzwert bei der Entwicklung im Vordergrund stand. Der Musso kommt in der Basisversion mit Heckantrieb für 23 990 Euro zu den Kunden. Mit dem zuschaltbaren Allradantrieb steigt die Rechnung um 2000 Euro. Gegenüber dem Actyon steigt die Ladekapazität um 112 auf 1011 Liter. Den Kunden stehen drei Ausstattungslinien Crystal, Quartz und Sapphire zur Wahl. Wie bei koreanischen Herstellern üblich, bietet Ssangyong eine Garantie von fünf Jahren oder 100 000 Kilometer und eine ebenfalls fünfjährige europaweite Mobilitätsgarantie.

Und wie geht es bei Ssangyong weiter? Im kommenden Jahr wird zunächst das Basismodell Korando erneuert, ,,und im Jahr 2020 werden wir den ersten vollelektrischen Ssangyon auf Basis des Korando auf den Markt rollen", erklärt Markensprecherin Ute Margetts. (ampnet/ww)

Daten: Ssangyong Musso Länge x Breite x Höhe (m): 5,095 x 1,95 x 1,84 Radstand (m): 3,10 Motor: 4-Zylinder-Turbodiesel, 2157 Leistung:133 kW / 181 PS bei 3500 U/min Max. Drehmoment: 400 Nm bei 1400 - 2800 U/min Höchstgeschwindigkeit: 195km/h Beschleunigung 0 auf 100 km/h: k.A. ECE-Durchschnittsverbrauch: 7,6 Liter Effizienzklasse: k.A. CO2-Emissionen: 199 g/km (Euro 6) Leergewicht / Zuladung: min. 2055 kg / max. 800 kg Basispreis: 23 990 Euro

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto TESTBERICHTE wurde von Walther Wuttke/ampnet am 29.06.2018, 14:44 Uhr veröffentlicht.