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Gegensätze in Genf - Von einem Extrem ins andere
Lange muss man auch nicht suchen, um das passende Gegenstück zum extrovertierten Mercedes G 63 AMG zu finden Foto: SP-X/Matthias Knödler
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Patrick Broich/SP-X - 7. März 2018, 12:58 Uhr - 4x4 Allrad NEWS

Gegensätze in Genf - Von einem Extrem ins andere

Auf dem Genfer Salon ist auf kleinem Raum viel Platz für automobile Träume, doch die Messe lebt auch von ihren vielfältigen Kontrasten.

Viele Besucher, die über eine Automesse schlendern, wollen schauen und träumen. Auch wenn die Supersportwagen und Luxus-Limousinen nur für einen winzigen Teil der Besucher erschwinglich sind, kommt ihnen daher trotzdem eine wichtige Rolle zu. Richtig in Szene gesetzt werden sie allerdings erst durch den extremen Kontrast. Und so staunt man gerade in den begrenzten Räumen der Genfer Messe immer wieder, was da so nebeneinander parkt.
Wie opulent die fast 5,50 Meter lange Luxuslimousine Mercedes S 650 Maybach mit neuem Kühlergrill und 630 PS wirklich ist, stellt man im Vergleich mit dem in der Nähe abgestellten, rund 3,50 Meter kurzen Kleinstwagen Toyota Aygo fest, der ebenfalls mit modifizierter Optik daherkommt. Lange muss man auch nicht suchen, um das passende Gegenstück zum extrovertierten Mercedes G 63 AMG zu finden. Das laut bollernde, archaische Gelände-Monster - jetzt mit vier Liter großem Downsizing-Achtzylinder und 430 kW/585 PS - trifft auf das leise SUV Hyundai Kona mit elektrischem Antrieb. Der steht aber auch nicht gerade schlecht im Futter, mit 150 kW/204 PS und einer Reichweite 470 Kilometern nach dem neusten Messzyklus.
Doch die Kontraste manifestieren sich auch in ganz anderen Werten. So präsentieren sich auf die Messe am Genfer See Fahrzeuge mit hohem Nutzwert, wie die Hochdachkombis Citroën Berlingo und Peugeot Rifter. Käufer erwarten hier Ablageflächen und Platz statt Leistung und Alltagstauglichkeit zum bezahlbaren Preis. Dagegen ist ein Auto vom Schlage eines Morgan Plus 8 die reinste Freizeit-Kutsche, mit der der Nutzer allein wegen des begrenzten Stauraums eher selten zum Supermarkt fahren dürfte, dafür aber gerne ein sonniges Wochenende auf der Landstraße verbringt.
Die Kontraste bei Kriterien und Werten bringen natürlich auch extreme Preisunterschiede mit sich. So muss der Interessent für die jüngste, in Genf gezeigte Ausbaustufe des Bugatti Chiron rund 2,65 Millionen Euro plus Mehrwertsteuer vorhalten. Mobil sein geht definitiv günstiger, beispielsweise mit dem überarbeiteten Skoda Fabia, mit dem man schon mit knapp über 12.000 Euro Investition losfahren kann.
Kontraste gibt es natürlich auch beim Thema Geschwindigkeit. Die Bandbreite reicht von den limitierten 90 km/h des Mini-E-Autos Tazzari Microlino bis zu den vom Hersteller Corbellati selbstbewusst deklarierten 500 km/h des Sportwagen Missile. Auch in kleineren Nuancen sind Gegensätze zu finden. So ist der neue Mittelklassekombi V60 von Volvo ein Designer-Prachtstück, während die Updates von Kia Optima und Mazda 6 zwar keineswegs unansehnlich, aber doch eine Nummer sachlicher gehalten sind. Und beim Thema Geländewagen trifft edle und teure Kleinserien-Designerware à la Range Rover SV Coupé auf den burschikosen Jeep Wrangler, der sich für kein Hindernis zu schade ist. Während man die Gelegenheit nutzen sollte, den Briten auf der Messe zu begutachten - denn er wird bald in Garagen der Liebhaber verschwinden - kann man den Amerikaner in ein paar Monaten auf der Straße sehen.

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Patrick Broich/SP-X am 07.03.2018, 12:58 Uhr veröffentlicht.