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6Mazda CX-3 SKYACTIV-D 105: Ein Hochsitz für den Großstadt-Dschungel
mid München - Der Mazda CX-3 ist mit seinen kompakten Abmessungen im Stadtverkehr gut aufgehoben und bietet auch Familien mit Kindern genügend Platz. Mazda
TESTBERICHTE
Klaus Brieter - 30. November 2017, 14:46 Uhr - 4x4 Allrad TESTBERICHTE

Mazda CX-3 SKYACTIV-D 105: Ein Hochsitz für den Großstadt-Dschungel

Autos, die in die Klasse der Mini-SUVs eingeordnet werden, verkaufen sich derzeit wie geschnitten Brot. Mazda hat den Trend schnell erkannt und bietet seit 2015 mit dem CX-3 eine inzwischen sogar aufgefrischte Alternative an, die nicht nur optisch überzeugt.

Mit dem CX-3 scheint Mazda ein richtiges gutes Pferd im Stall zu haben. Das Mini-SUV, das Mitte 2015 in den Markt ging, platzierte sich in seinem ersten vollen Verkaufsjahr mit seinen Zulassungszahlen unmittelbar hinter seinem großen Bruder, dem CX-5, der bei Mazda seit Jahren die Rolle des Bestsellers spielt. Als das Jahr 2016 zu Ende war, notierten die Verkäufer beim CX-3 insgesamt 14.305 Neuzulassungen (CX-5: 17.104). Und auch im laufenden Jahr, macht sich der "Kleine" mit 13.481 Zulassungen (Januar bis Oktober) ganz gut. Mit seinen kompakten Ausmaßen ist der CX-3 so etwas wie ein Hochsitz im Großstadt-Dschungel für Singles, Paare oder Familien mit nicht zu groß gewachsenen Kindern. Denn ein großzügiges Raumgefühl will sich nur auf den vorderen Plätzen einstellen - der Fond ist dagegen deutlich enger geschnitten.

Aber schon der erste Eindruck macht den CX-3 zum Gewinnertypen. Denn sein gelungenes Design wirkt modern und dennoch zeitlos. Dieses Auto wird man auch in ein paar Jahren noch wohlwollend ansehen können. Wir fuhren das Mini-SUV in dem hinreißenden Rubinrot-Metallic, mit dem Mazda schon seit ein paar Jahren auffällige Akzente in einer Autowelt setzt, die wegen der vielen mausgrau-silbernen und schwarzen Fahrzeuge geradezu in Langeweile erstarrt war. Leider sind für diesen speziellen farblichen Augenschmaus selbst in der top-Ausstattung "Sports-Line" zusätzlich 750 Euro als Aufpreis fällig. Bucht man für überschaubare weitere 1.200 Euro das Technik-Paket - unter anderem mit adaptiver Geschwindigkeitsregelung, Pre-Crash-Safety-System, City-Notbremsassistent, Lenkradheizung und Verkehrszeichenerkennung - dazu, ist der CX-3 nahezu komplett ausgestattet. Die Kasse des Händlers klingelt dann bei 27.930 Euro, was den Mazda nicht unbedingt zum Schnäppchen macht.

Wer hinter dem Lenkrad Platz genommen hat, wird die übersichtliche Zahl von Schaltern und Knöpfen als angenehm empfinden. Die Bedienung ist überwiegend einfach und intuitiv geraten. Doch ist das Anwählen von Funktionen mit dem auf der Mittelkonsole angebrachten Controller nicht immer logisch. Im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten lässt sich beispielsweise der Maßstab der Navigationskarte nicht durch Drehen des Knopfes verändern. Auch beim an sich positiv zu beurteilenden Head-Up-Display - auf eine sich beim Einschalten der Zündung auf dem Armaturenbrett aufstellende Plexiglasscheibe werden wichtige Infos eingespiegelt - hat Mazda ein bisschen gepatzt: Ausgerechnet mittig zur Projektionsfläche der Anzeigen vom Tempo und den Verkehrszeichen verläuft waagrecht die Hell-/Dunkelgrenze der Motorhaubenkante. Dieser Effekt macht das Wahrnehmen der Informationen bei diffusen Lichtverhältnissen unnötig mühsam. Als Plus bewerten wir dagegen den zusätzlichen Lautstärkeregler, der rechts neben dem zentralen Controller platziert ist: Er ist auch vom Beifahrer gut zu erreichen.

Ein glückliches Händchen hatte Mazda zudem mit dem 1.5-Liter-Turbo-Dieselmotor, der 105 PS leistet, die für den kompakten Wagen völlig ausreichen. Sein maximales Drehmoment von 270 Newtonmeter meldet sich bereits bei Drehzahl 1.600 zu Wort, sodass schaltfaules Fahren mit niedriger Tourenzahl bei niedrigem Verbrauch möglich ist. Wenn der Fahrer den Motor nicht gerade in den höchsten Drehzahlen jubeln lässt, dann befleißigt sich der Motor einer vornehmen Laufkultur, die für einen Diesel eher ungewöhnlich ist. In diesen positiven Eindruck fügt sich das 6-Gang-Schaltgetriebe gut ein, das sich durch eine tadellose Abstufung der einzelnen Gänge auszeichnet. Kurze Schaltwege und eine geschmeidige Führung des Hebels laden zu zügigen Gangwechseln ein, wenn mal sportlichere Gangart ansteht. Das Fahrwerk stellt einen brauchbaren Kompromiss zwischen hart und komfortabel dar. Auf kurzwelligen Querfugen gerät es jedoch schnell an die Grenze und lässt die Karosserie merklich stuckern. Die Sitzflächen des Frontgestühls könnten ruhig etwas länger sein, zudem sind die angeschrägten Sitzkanten, die den Seitenhalt in Kurven verbessern sollen, etwas zu weich geraten.

Wer den CX-3 wegen seiner kompakten Außenmaße als idealen Stadtwagen sieht, der auch auf der Langstrecke eine gute Figur macht, liegt absolut richtig. Auch am großen Wochenend-Einkauf oder der Urlaubsfahrt scheitert der hochbeinige Japaner nicht. Wem der normale Kofferrauminhalt mit 350 Litern nicht genügt, kann den Frachtraum durch Umlegen der asymmetrisch geteilten Rücksitzlehnen bis auf 1.260 Liter "aufblasen".

Weiteres Plus: Der Verbrauch hält sich in überschaubaren Grenzen. Nach fast 600 Kilometern im gemischten Betrieb - mit viel Stadtverkehr, reichlich Landstraße und auch zügig gefahrenen Autobahnpassagen - meldet uns der Bordcomputer der Frontantriebs-Version einen Durchschnitt von 5,0 Liter Diesel auf 100 Kilometern. Dieser Wert kann zwar mit dem Prospektwert von 4,0 Litern nicht konkurrieren, ist aber beileibe nicht unverschämt hoch. Mit vollem 48-Liter-Tank kommt der CX-3 so fast 1.000 Kilometer weit. Insgesamt erweist sich der Mazda CX-3 in dieser Kombination als attraktive Alternative im Mini-SUV-Sektor. Zumal der Hersteller erst zum Modelljahr 2017 bei der Komfort- und Sicherheitsausstattung noch einmal eine Schippe draufgelegt hat.

Klaus Brieter/mid

Technische Daten Mazda CX-3 SKYACTIV-D 105 FWD Sports-Line:
Mini-SUV der unteren Mittelklasse, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Millimeter: 4.275/1.765/1.535/2.570, Leergewicht: 1.200 kg, Zuladung: 535 kg, Tankinhalt: 48 l, Kofferraumvolumen: 350-1.260 l.
Motor: Vierzylinder-Turbo-Diesel, Hubraum 1.499 ccm, Leistung: 77 kW/105 PS bei 4.000 U/min, max. Drehmoment: 270 Nm bei 1.600-2.500 U/min, 0-100 km/h: 10,1 s, Höchstgeschwindigkeit: 177 km/h, 6-Gang-Schaltgetriebe, Frontantrieb, Durchschnittsverbrauch: 4,0 l Diesel/100km, CO2-Ausstoß: 105 g/km, Energieeffizienzklasse: A, Preis: 25.290 Euro.

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto TESTBERICHTE wurde von Klaus Brieter am 30.11.2017, 14:46 Uhr veröffentlicht.