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4Flüsterreifen und E-Konzept-Pneu: Hankook auf der IAA
mid Frankfurt - Der in Relation zur Breite große Durchmesser der Hankook-Reifen auf dem I.D. Crozz führt zu einer schmalen und hohen Silhouette. VW
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Michael Kirchberger - 13. September 2017, 14:01 Uhr - 4x4 Allrad NEWS

Flüsterreifen und E-Konzept-Pneu: Hankook auf der IAA

Der Reifenhersteller Hankook zeigt auf der IAA zwei Neuheiten, die Fahrzeug-Entwicklungen maßgeblich beeinflussen könnten. Die Sound-Absorber-Technik wird nach einem Upgrade noch leiser, der Konzeptreifen der VW-Studie I.D. Crozz II soll speziell Elektrofahrzeugen zu mehr Effizienz und schickerer Optik verhelfen.


Der Reifenhersteller Hankook zeigt auf der IAA zwei Neuheiten, die Fahrzeug-Entwicklungen maßgeblich beeinflussen könnten. Die Sound-Absorber-Technik wird nach einem Upgrade noch leiser, der Konzeptreifen der VW-Studie I.D. Crozz II soll speziell Elektrofahrzeugen zu mehr Effizienz und schickerer Optik verhelfen.

Das patentierte Sound-Absorber-System, das Hankook schon seit 2016 anbietet, wird bereits bei Premium-Fahrzeugen wie dem Audi RS5 und dem Q7 als Erstausrüstung eingesetzt. Die neueste Generation ist nicht nur leiser, sondern vor allem leichter als die bisherige. Dies erlaubt nun nicht mehr nur die Ausrüstung von Fahrzeugen der Oberklasse, künftig können auch Autos der gehobenen Mittelklasse damit bestückt werden.

Sound-Absorber-Reifen haben eine spezielle Polyurethanschaumplatte in ihrem Inneren, die während der Produktion eingefügt wird. Sie verhindert die bei bestimmten Geschwindigkeiten auftretenden Schwingungen der Luftsäule im Reifen, sogenannte Kavitätsschwingungen. Dröhngeräusche werden hierdurch reduziert, der Geräuschpegel im Fahrzeuginneren sinkt signifikant um 5 bis 7 dB(A). Besonders leichte und sportliche Ultra-High-Performance-Bereifungen mit niedrigen Querschnitten, aber insgesamt großen Resonanzräumen werden damit deutlich leiser.

Ein neues, leichteres Schaummaterial wird nun während der Serienfertigung der Reifen eingebracht, bisher war hierfür Handarbeit erforderlich. Statt des flächigen Fixierungsmaterials verbindet der aufgebrachte Silikon-basierte Klebstoff die Polyurethanschaumplatte nur noch partiell, aber genauso fest mit dem Reifeninneren. Eine größere Hitzebeständigkeit ist neben der Gewichtsreduzierung die Folge, sie führt zu mehr Belastbarkeit und Temperaturstabilität.

Auch die zweite Hankook-Neuheit ist beachtenswert. Denn bisher wurden Reifen-Profile für Konzept-Fahrzeuge und Studien der Autohersteller aufwändig von Hand geschnitten. Der neue Konzept-Reifen, auf dem die in Frankfurt gezeigte Elektro-Studie I.D. Crozz II von Volkswagen rollt, bekommt wie herkömmliche Serienreifen sein Profil über eine Heizform während des Herstellungsprozesses.

Mit einer anthrazitfarbenen Tönung soll sich der Konzept-Reifen harmonisch in das avantgardistische Design der Studie einfügen. Die spezielle Laufstreifen- und Seitenwandmischung bekommt ihre Farbe nicht wie üblich durch Ruß, sondern durch alternative Füllstoffe auf weißer Farbbasis. Die Abmessungen des Konzeptreifens entsprechen der Größe 245/45R21 herkömmlicher Pneus. Der verglichen mit der Reifenbreite große Durchmesser führt zu einer schmalen und hohen Silhouette. Trotz der für ein sicheres Fahrverhalten notwendigen großen Aufstandsfläche konnte so ein deutlich niedrigerer Luftwiderstandsbeiwert als bei herkömmlichen Reifenproportionen realisiert werden. Der niedrige Rollwiderstand kommt der Energieeffizienz und damit der Reichweite zugute, er resultiert aus dem großen Durchmesser, der zu einer geringeren Verformung und Rückverformung des Reifens beim Abrollen führt.

"Wir freuen uns, zusammen mit Volkswagen erneut ein solches Projekt erfolgreich umgesetzt zu haben. Mit der Entwicklung von Elektro-Automobilen werden sich in Zukunft auch die Anforderungen an Reifen ändern. Das Rollgeräusch wird aufgrund des Wegfalls des Motorgeräusches ebenso eine größere Rolle spielen wie ein weiter reduzierter Rollwiderstand zur Verringerung von Energieverlusten", sagt Dipl.-Ing. Klaus Krause, Chef des Hankook Europe Technical Center in Hannover. Farbige Reifen seien zwar derzeit insbesondere aus Kostengründen nicht marktfähig, müssten aber nicht zwangsläufig Studien vorbehalten bleiben: "Optische Gesichtspunkte sprechen durchaus für farbige Reifen. Sie können den Charakter eines Fahrzeuges unterstreichen und bieten dem Käufer gleichzeitig Raum für weitere Individualisierungen seines Fahrzeuges. Elektrofahrzeug-Studien von heute zeigen, was in Zukunft möglich sein kann", so Krause weiter. Hankook hat bereits die vorherigen E-Fahrzeug-Studien Volkswagen I.D. und ID Buzz mit Konzeptreifen ausgestattet.

Michael Kirchberger / mid

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Michael Kirchberger am 13.09.2017, 14:01 Uhr veröffentlicht.