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6Test: Mazda CX-3 - Die knackige Alternative zur Golf-Klasse
Der Mazda CX-3 ist frisch geliftet Foto: Mazda
TESTBERICHTE
Holger Holzer/SP-X - 7. September 2017, 14:30 Uhr - 4x4 Allrad TESTBERICHTE

Test: Mazda CX-3 - Die knackige Alternative zur Golf-Klasse

Kompaktlimousine oder Mini-SUV? Immer häufiger wählen Autokäufer die zweite Möglichkeit. Das liegt auch an Modellen wie dem Mazda CX-3.

Eigentlich zahlen SUV-Käufer immer drauf. Modische Karosserie und wuchtigen Auftritt lassen sich die Autohersteller großzügig extra bezahlen. Umgehen kann man das durch Downgrading bei der Fahrzeugklasse. Wie schmerzarm der Abstieg auf ein nominell kleineres Segment in vielen Fällen ausgehen kann, zeigt das Mini-SUV Mazda CX-3, das für viele Kunden eine interessante Alternative zur Kompaktlimousine Mazda3 sein könnte.

Der CX-3 basiert auf dem Kleinwagen Mazda2 - doch das sieht man ihm nicht an. Die Front des SUV zeigt zwar Familienähnlichkeit, fällt aber deutlich bulliger aus als bei dem wendigen Stadtflitzer. So wie auch das gesamte Fahrzeug trotz nur 4,28 Metern einen durchaus stämmigen Auftritt hinlegt. Und was dem kleinen SUV zum kompakten Mazda3 an Länge fehlt, macht er mit größerer Höhe wett. Vor allem vorne fühlt man sich keineswegs wie in einem Kleinwagen, sondern genießt viel freien Raum um sich herum. Der Kofferraum muss sich zumindest hinsichtlich der Maße ebenfalls vor dem eines Kompaktmodells nicht verstecken, auch wenn die Ladekante um einiges höher ausfällt. Die Plätze zwischen Gepäckabteil und Kommandozentrale sind hingegen etwas beengt. Und die kleinen Fenster tun ihr übriges zu einem leicht höhlenartigen Gefühl. Wer jedoch nur selten erwachsene Fondpassagiere mitnimmt und auch nicht ständig schwere Wasserkisten lädt, ist im CX-3 in den meisten Fällen nicht schlechter platziert als in der Kompaktlimousine der Marke.  

Auf wenig verzichten muss man auch bei der Atmosphäre im Innenraum. Das Cockpit gefällt mit einer Mischung aus Retro-Stil und modernem Minimalismus, gut platzierte Leder-Zierteile und aufgeschäumte Kunststoffpartien täuschen geschickt darüber hinweg, dass ein Großteil des wertig wirkenden Armaturenbretts aus simplem Kunststoff besteht. Bedient werden die meisten Infotainment- und Komfortfunktionen über ein Dreh-Drück-Stellrad zwischen den Sitzen, wie man es sonst eher von Audi, BMW und Mercedes kennt. Insgesamt herrscht in Mazdas kleinstem SUV ein frisch-sportliches Ambiente. Dazu passt dann letztlich auch der zentrale Drehzahlmesser im Armaturenbrett.

Ein Sportwagen ist der CX-3 trotzdem nicht. Doch trotz des hohen Aufbaus und des massigen Gewichts ist der Mazda ein recht handliches Auto. Eher straff gefedert, lässt er sich flott über Landstraßenetappen bewegen, bietet aber immer auch genügend Komfort für Stadt und Langstrecke. Als angenehmer Begleiter präsentiert sich dabei der zwei Liter große Benziner. Der 110 kW/150 PS starke Vierzylinder ist ein echter Exot, verzichtet er doch ganz bewusst auf einen Turbo. Mazda hält lieber den Hubraum groß und erhöht zum Spritsparen die Verdichtung. Ein Sonderweg in der Autobranche, der aber gut gangbar ist: Der vergleichsweise große Motor arbeitet kultiviert und entfaltet seine Kraft gleichmäßig und souverän, ohne dass man ihn permanent an den oberen Rand des Drehzahlbandes drängen müsste.

Der Mazda ist mit einem Praxisverbrauch von rund 7 Litern alles andere als ein Säufer. Trotzdem hat man das Gefühl, dass der hohe Aufbau und das Zusatzgewicht durch den im Testwagen verbauten Allradantrieb den Spritdurst hochtreiben. Der Mazda3 mit 88 kW/120 PS zumindest begnügte sich im Test bei vergleichbaren Fahrleistungen mit gut einem Liter weniger Sprit. Womit wir nach dem engeren Fond beim zweiten Nachteil des Mini-SUV gegenüber der kompakten Limousine wären: Auch der CX-3 kann den prinzipiellen Verbrauchsnachteil von SUV gegenüber normalen Autos nicht einebnen.

Preislich hingegen geben sich Mazda3 und CX-3 nicht viel. Bei beiden Modellen startet die günstigste Variante bei 18.000 Euro, ein ansprechend ausgestattetes Modell gibt es im CX-3-Programm ab rund 20.000 Euro. Der getestete 2,0-Liter-Benziner mit Allradtechnik kostet 25.000 Euro, soll es statt der knackigen manuellen Sechsgangschaltung eine Sechsstufenautomatik sein, werden 26.500 Euro fällig. Für eine ähnliche Summe Geld gäbe es den stärksten Mazda3-Benziner mit Frontantrieb und vergleichbarer Ausstattung. Zu dieser zählen beim CX-3 unter anderem LED-Scheinwerfer, DAB-Radio und Klimaautomatik. Und natürlich der Allradantrieb, den es im Mazda3 nicht für Geld und gute Worte gibt.

Mazda CX-3 Skyactiv G- 150 AWD - Technische Daten:
Fünftüriger, fünfsitziger SUV der Kleinwagen-Klasse, Länge: 4,28 Meter, Breite: 1,77 Meter, Höhe: 1,54 Meter, Radstand: 2,57 Meter, Leergewicht: 1.383 Kilogramm, Kofferraumvolumen: 350 - 1.260 Liter

2,0-Liter-Benziner, 110 kW/150 PS, Allradantrieb, manuelles Sechsganggetriebe, maximales Drehmoment: 204 Nm bei 2.800 U/min, Vmax: 200 km/h, 0-100: 8,7 s, Normverbrauch: 6,4 l/100 km, CO2-Ausstoß: 150 g/km, Effizienzklasse D, Euro 6, Testverbrauch: 7,2 Liter, Preis: ab 24.990 Euro.

Kurzcharakteristik - Mazda CX-3:
Warum: viel Platz und schickes Design
Warum nicht: enger Fond, bauartbedingt erhöhter Verbrauch
Was sonst: Renault Captur, Peugeot 2008, Nissan Juke

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto TESTBERICHTE wurde von Holger Holzer/SP-X am 07.09.2017, 14:30 Uhr veröffentlicht.