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Rückruf und Zulassungsverbot für Porsche Cayenne 3.0 TDI
mid Groß-Gerau - Der aktuelle Porsche Cayenne Diesel muss wegen einer laut BMVI unzulässigen Abschaltvorrichtung für die Abgasreinigung zum Update. Bereits gebaute Neufahrzeuge dürfen nicht zugelassen werden. Porsche
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Thomas Schneider - 28. Juli 2017, 10:18 Uhr - 4x4 Allrad NEUHEITEN

Rückruf und Zulassungsverbot für Porsche Cayenne 3.0 TDI

Will da jemand ein Zeichen setzen? Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt verpflichtet Porsche zu einem Rückruf des aktuellen Cayenne mit 3,0-Liter-Dieselmotor und spricht darüber hinaus ein Zulassungs-Verbot aus.


Will da jemand ein Zeichen setzen? Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt verpflichtet Porsche zu einem Rückruf von bundesweit 7.500 aktuellen Cayenne mit 3,0-Liter-Dieselmotor (3.0 TDI, Euro6, 193 kW/262 PS). Bei diesen sei eine unzulässige Abschalteinrichtung der Abgasreinigung festgestellt worden. Die Software sorge dafür, dass ein Aufwärm-Programm - das auf dem Rollenprüfstand eine Einhaltung der vorgegebenen Grenzwerte ermöglicht - in der Praxis nicht zur Anwendung kommt. Europaweit sind 22.000 Fahrzeuge dieses Typs registriert.

"Wir werden einen amtlichen, verbindlichen Rückruf anordnen", sagt Dobrindt in einer Pressekonferenz des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Damit ist es aber nicht getan. "Weil sich das Fahrzeug noch in Produktion befindet, werden wir weiterhin ein Zulassungsverbot aussprechen, bis eine entsprechende andere Software zur Verfügung steht, die beim KBA genehmigt werden muss und nach dessen Freigabe in die Fahrzeuge integriert werden kann", sagt der Minister. Um wie viele Fahrzeuge es sich dabei handle, sei noch unklar.

Besonders ärgerlich für die Verbraucher dürfte die folgende Aussage Dobrindts sein: "Die Fahrzeuge sind technisch durchaus in der Lage, die Grenzwerte einzuhalten." Das aber wurde offenbar planmäßig durch ein Zurückfahren der Abgasreinigung im Praxisbetrieb verhindert. Bei aktivem Aufwärm-Programm stößt der Cayenne laut Dobrindt 54,9 Milligramm NOx je Kilometer aus, was in den gesetzlichen Rahmen fällt. Ist sie aber abgeschaltet, steigt der Wert bis auf 138 Milligramm. Die Erkennung erfolge in einem aufwändigen Prozess - unter anderem anhand des Lenkwinkels. Heißt: Das SUV weiß, wann es auf der Straße und wann auf der Rolle fährt.

Ob der baugleiche Konzernbruder VW Touareg identische Eigenschaften aufweist, ist noch nicht geklärt. "Baugleich heißt ja nicht, dass auch die gleiche Software aufgespielt ist", so Dobrindt. "Das Modell wurde noch nicht geprüft, die Tests werden aber umgehend durchgeführt." Die Problematik wird den VW-Konzern wohl noch eine ganze Weile beschäftigen. Diesmal dürfte das gesetzte Zeichen Wirkung zeigen.

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEUHEITEN wurde von Thomas Schneider am 28.07.2017, 10:18 Uhr veröffentlicht.